Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

Kinder-, Jugend- und Familienhilfe

Einrichtungen
des CJD NRW Nord

Einrichtungen

Das Mädchenhaus -  kurze Beschreibung

Das „Mädchenhaus“ ist eine Weiterentwicklung des Jugendhilfeangebots am Standort in Herten für Mädchen, weibliche Jugendliche und junge Frauen.  

Mädchen, weibliche Jugendliche und junge Frauen sind seltener Adressatinnen stationärer Jugendhilfe als Jungen, bzw. junge Männer. Obwohl die endgültige Zielplanung ähnliche Aspekte aufweist (möglichst Verselbstständigung, Aufbau von Selbstwertgefühl, berufliche Orientierung etc.), unterscheidet sich der Weg dorthin doch signifikant.

Im Rahmen der Arbeit in unseren eigenen Gruppen haben wir die Erfahrung gemacht, dass Aspekte wie das Erleben eines „sicheren Ortes“ (vgl. hierzu Ansätze der „Traumapädagogik“) und die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Themen für die Zielerreichung notwendig sind. Vor allem der Gedanke daran eine „geschützte“ Entwicklungsumgebung zu bieten, hat uns dazu bewegt ein speziell für Mädchen, weibliche Jugendliche und junge Frauen ausgelegtes Hilfesetting zu kreieren. Dieses soll den Teilnehmerinnen die Möglichkeit geben Geborgenheit zu erleben und ihre vorhandenen oder neuentdeckten Ressourcen zu nutzen, um für das Leben nach oder unabhängig von der Jugendhilfe zu trainieren.

Innerhalb der Wohngruppe wird die pädagogische Arbeit von weiblichen und männlichen Fachkräften durchgeführt. Die Mitarbeiterinnen sind sich bewusst darüber, dass sie den jungen Frauen auch als Rollenvorbilder dienen und sie diese Rolle gestalten. Durch das Bezugsbetreuersystem ist es zudem möglich ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und individuell spezielle Themen zu bearbeiten.

Schwerpunkte für die Arbeit in der Mädchengruppe bilden, neben der Bearbeitung der Individualbedarfe, die Schaffung einer homogenen Gruppenstruktur, in der eigene Stärken entwickelt und eingebracht werden können.

Zielgruppe

Gerichtet wird das Angebot an:

  • Weibliche Jugendliche sowie junge Frauen,
  • ab einem Alter von 14 Jahren,
  • die aufgrund ihrer Lebenssituation einer engmaschigen, stationären Hilfe bedürfen,
  • als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Anspruch auf Jugendhilfe haben
  • in einer gleichgeschlechtlichen Regelgruppe untergebracht werden sollen
  • Stabilität bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit erleben sollen
  • perspektivisch verselbstständigt oder eine andere Form der „Erwachsenenhilfe“ integriert werden sollen.

Das Einüben des Lebens im eigenen Apartment ist innerhalb dieser Hilfeform am Standort in Herten möglich. Es gibt ein Einzelapartment, welches der Jugendhilfemaßnahme zugeordnet ist. Dieses liegt in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus und kann problemlos durch die Mitarbeiter*innen mitversorgt werden. Das „Trainingsapartment“ dient als Ort des „Ausprobierens“. Sollte eine Bewohnerin noch nicht „stark“ genug sein um selbstständig zu leben, kann sie jederzeit in ihr „normales“ Zimmer zurückziehen. Anderenfalls dient das Apartment als Sprungbrett in die eigene Wohnung, so können sich die Bewohnerinnen schon mal „gewöhnen“, sich Selbstvertrauen verschaffen und gemeinsam können ggf. anfallende Wartezeiten (bis eine Wohnung bezugsfertig ist etc.) überbrückt werden.

Zudem besteht eine enge Kooperation mit der LWL Klinik Herten. In diesem Zusammenhang wird das Team der Mädchengruppe von Ärzten und Fachpersonal aus der Klinik gecoacht im Umgang mit psychisch kranken Mädchen und jungen Frauen. Darüber hinaus finden auch immer wieder Fallbesprechungen statt. Durch diese Kooperation ist es uns möglich psychisch erkrankte Mädchen und jungen Frauen im Setting einer Regelgruppe zu betreuen.

Das Wichtigste in Kürze

Zielgruppe/ Plätze
  • weibliche Jugendliche ab 14 Jahren
  • Maximal neun Plätze

Zugangsvoraussetzung:

  • Bewilligung von Hilfen zur Erziehung durch das Jugendamt

Rechtsgrundlage

  • SGB VIII §§ 27 ff.

 

 

 

Angebotsleitung